Qualitätssiegel für Bordelle

 

Wie bekannt wurde, stellte der BSD (Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen e.V.) diese Woche ein sog. „Gütesiegel für Bordelle“ vor, mit dem Ziel diese in ein besseres Licht rücken zu können.

Hier ist die Pressemitteilung:

24. 08. 2017

Pressemitteilung

BSD – Gütesiegel schafft kontrollierte Qualität, Transparenz, Service
und Seriosität der Prostitutionsbranche.
Wir sind angetreten, der allgemeinen Verunglimpfung und den vielen falschen
Vorstellungen über die Strukturen und die Arbeitsabläufe in den Bordellen
entgegen zu treten. Das BSD-Gütesiegel der Stufe I stellt klar:
Wer ist InhaberIn, wie kann diese/r erreicht werden, wie groß ist das Bordell, die
Mindestanforderungen – auch nach dem ProstSchG – werden erfüllt, in der
Selbstverpflichtungserklärung positioniert sich der Betrieb deutlich gegen Gewalt,
Zwang und Kriminalität und erklärt, sich für faire, selbstverantwortliche und
hygienische Arbeitsbedingungen einzusetzen.
Jan/Bordellbetreiber: „Dieses Alleinstellungsmerkmal motiviert mich, mich
von anderen Mitbewerben noch mehr abzusetzen und weiter in das
Serviceangebot meines Betriebes zu investieren.“


Damit wird auch der Öffentlichkeit, der Politik und den Behörden deutlich
signalisiert: dieser Betrieb erfüllt alle Voraussetzungen einer soliden geführten
Prostitutionsstätte.
Freudenhaus Hase: „Vermehrt fragen Kunden, ob die Sexarbeiter*innen
selbständig und selbstbewusst arbeiten. Selbstverständlich! Das Gütesiegel
gibt jetzt die Bestätigung.“

In den folgenden Stufen I und II erfolgt eine umfangreichere Prüfung der Betriebe
und es werden zwischen 1 und 6 Kronen vergeben. Der Betrieb mit der höchsten
Auditierung der 6 Kronen muss dann viele Anforderungen erfüllen, angefangen
bei einer hochwertigen Ausstattung bis hin zu verschiedenen Zusatzleistungen wie
Speisen, Wellness und Events.
Stephanie Klee/Vorstand BSD e. V.
Wir sind der Interessenverband der Prostitutionsbranche und vertreten sowohl BordellbetreiberInnen als auch SexarbeiterInnen

Quelle: Pressemitteilung vom 24. 08. 2017

 

Ich habe Respekt und Achtung vor jeder Person, die in der Prostitution tätig war oder immernoch ist. Auch vor denjenigen, die nicht für ein Sexkaufverbot einstehen.

Wovor ich keinen Respekt habe sind Menschen, die sich, wie Frau Stephanie Klee hier als Vorstand, bewusst (auch) als Sprachrohr für Prostituierte betiteln, während sie aber die realen unmenschlichen Zustände in der Prostitution, wie sie leider so viele erleben, grauenvoll verharmlosen, was man gleich in einem kurzen Youtube-Video, welches ich verlinkt habe, sehen kann. Und damit stellen sie eben kein Sprachrohr für die Mehrzahl an Prostituierten dar.

Unten im Video ist Frau Klee, die in der obigen Pressemitteilung wie gesagt als Vorstand des BSD agiert, zu sehen, und zwar in einem grünen Drachenkostüm an einem Straßenstrich. Sie „arbeitet“ dort allerdings nicht, sondern versucht in einer ziemlich kuriosen Art und Weise mit einer anderen Frau zusammen die Situation von Prostituierten, die auf dem Straßenstrich ihr Dasein fristen müssen, schön zu reden und zu verharmlosen. U.a. nennt sie den Straßenstrich einen „guten Arbeitsplatz“.

Das Video entstammt dem Format „Drache & Hase Entertainment“. Auf der Webseite steht: „Drache & Hase Entertainment ist ein neues Projekt und setzt mit seinen Kurz-Videos auf Information und Bildung“.

Man siehe sich jetzt bitte das etwa eineinhalb minütige Video an und sage mir dann, wo genau der Zusammenhang zu Information und Bildung besteht. Und dann verrate mir noch wer, wie man das als Interessenverband für Prostituierte ernst nehmen soll (ich erinnere hier nur mal an Miras Geschichte von „Romana“ einen Beitrag weiter unten, deren Schicksal ich in der Prostitution unzählige Male in der oder einer anderen Form sah).

 

 

 

Aha.

 

Vor einer Frau, die den Vorstand des „Bundesverbandes Sexuelle Dienstleistungen e.V.“ verkörpert, und SO über den Straßenstrich spricht und DAMIT SICHER NICHT die ganzen Armuts – und Zwangsprostituierten vertritt, die jeden Tag schlimmsten Verhältnissen auf der Straße ausgesetzt sind, sich die Spritze setzen, etc… ist mein Maß an Verständnis auf dem Tiefpunkt angelangt. Vor allem wenn man solche Videoauftritte noch als „Bildung“ deklariert. Und nein, die unerträglichen Zustände der Prostituierten auf der Straße ändern sich auch nicht wenn das Wetter schön ist, Frau Klee.

In ihrem Video sagt Frau Klee: „Vielleicht haben sie schnell viele Kunden, die gutes Geld bezahlen und viel Freude machen…“ -> hierzu verweise ich auf folgendes kurzes Video zum Berliner Straßenstrich in der Kurfürstenstraße, das von Billigpreisen, Sex ohne Kondom für 30 Euro und Zwangsprostitution berichtet:

 

 

Ich finde es sehr bedenklich, wie vom Vorstand eines Vereins (mit Sitz in Berlin), der angeblich die Interessen von so vielen Prostituierten vertritt, versucht wird, Straßenprostitution als eine Art der sorglosen Arbeit zu verkaufen – befindet man sich doch ziemlich in der Nähe des Elends der Kurfürstenstraße.

Unter anderem dieser Youtube „Drache & Hase-Kurzfilm“ zeigt auf, dass die BSD-Gütesiegel-Erfindung nicht vor Seriosität strotzt – eben genauso wenig wie die Statements in Frau Klees Video. Der Versuch des Schönredens der Straßenprostitution auf eine humoristische Art und Weise ist kläglich gescheitert. Man muss niemand vom Fach sein um zu erkennen, dass das, was die beiden da von sich geben, mehr als merkwürdig anmutet und mit der Realität auch nicht im geringsten etwas zu tun hat (was man im zweiten Video gut sehen kann).

Mich wundert es doch sehr, dass solche Menschen nun zuständig für Bordell-Gütesiegel sind, die „kontrollierte Qualität, Transparenz, Service und Seriosität der Prostitutionsbranche“ „beurkunden“ sollen.

 

Freudenhaus Hase: „Vermehrt fragen Kunden, ob die Sexarbeiter*innen
selbständig und selbstbewusst arbeiten. Selbstverständlich! Das Gütesiegel
gibt jetzt die Bestätigung.“

Ein Bundesverband, der sich (auch) für Prostituierte einsetzt, freut sich hoffentlich über solche Nachrichten, wenn „Kunden“ vermehrt diese Dinge nachfragen, denn eine vermehrte Nachfrage nach „selbstständig und selbstbewusst“ zeugt davon, dass das Bewusstsein in unserer Bevölkerung dafür steigt, dass in der Prostitution eben zum großen Teil nicht alles in Ordnung ist.

Das Gütesiegel als Bestätigung dafür, dass „selbständig und selbstbewusst“ vorliegt, ist schon höhnisch. Als ob man eine Prostituierte für den Freier markieren würde, mit der Aufschrift: „Dich darf ich nehmen, das Gütesiegel hat gesagt, hier im Bordell ist alles ok, du „arbeitest“ „selbständig und selbstbewusst.“ Wenn der Freier dann Zwang wahrnimmt, kann er leicht sagen, er hat nichts gemerkt, er wusste von nichts, denn das Siegel bescheinigte ihm ja schließlich, dass hier alles in Ordnung sei.

Zu versuchen ein Gütesiegel u.a. darüber auszustellen, dass sich ein Mensch in der Prostitution nicht in einer Not – oder Zwangslange befindet, nicht von Kriminalität und Menschenhandel betroffen ist, ist prekär, denn niemand außer der Betroffene selbst und denjenigen, die es ihm antun, kann es wirklich zu 100 % wissen. Wäre es so leicht, einfach alle organisierten Strukturen aufzudecken und zu erkennen, hätten wir schon lange viel weniger Probleme in diesem Bereich… aber es ist eben nicht einfach und das wird es auch durch ein Gütesiegel nicht. Das Einzige, was man durch so ein „Qualitätssiegel“ für Bordelle in diesem Gewerbe erreichen kann, ist ein Fantasiegebilde zu erzeugen. Ein Fantasiegebilde davon, dass ein Gewerbe, was immer weiter entlarvt wird und in Verruf gerät (hier wieder: nicht die Prostituierten, sondern die Prostitution!), doch manchmal „sauber“ sein kann. Eine Vorstellung, die sich wohl viele ersehnen und sich deswegen sicherlich gerne an ihre Fantasie klammern. Vor allem dann, wenn man sie ihnen quasi direkt mit diesem Gütesiegel, dass alles ok ist, auf dem Silbertablett serviert. Allerdings wird die Fantasie dadurch nicht zur Realität, nicht zu dem, was mehrheitlich in diesem Land tagtäglich wirklich passiert.

 

„Damit wird auch der Öffentlichkeit, der Politik und den Behörden deutlich
signalisiert: dieser Betrieb erfüllt alle Voraussetzungen einer soliden geführten
Prostitutionsstätte.“

Der Begriff der „soliden geführten Prostitutionsstätte“ ist doch eher verfehlt. Im Rotlichtmilieu und in der Prostitution ist nichts solide. Es ist ein menschenobjektivierendes und – unwürdiges Geschäft. So etwas kann nicht „solide geführt“ werden, egal wie sehr man auch versucht etwas Gutes daraus zu machen.

Anmerkung/29.8.2017: Die Deutsche Welle hat vom Thema berichtet und zwei Sätze aus meinem Blogbeitrag hier übernommen:

http://www.dw.com/en/german-brothels-get-new-ethical-sex-seal-for-prostitution/a-40274841

http://www.dw.com/pt-br/bord%C3%A9is-alem%C3%A3es-lan%C3%A7am-selo-de-qualidade/a-40281760

 

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20 Kommentare

  1. Das Video ist fast schon verstörend. Nicht wegen dem Inhalt an sich, sondern wegen der Herangehensweise eines offiziellen Vereins, der sich damit beschäftigt und vielleicht auch etwas bewegt – nur die Richtung, in welche es da geht, ist abstoßend.

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    1. Es ist einfach zu krass, wenn man sich die realen Zustände in der Straßenprostitution ansieht und diese Zustände vom Vorstand eines offiziellen Vereins, der (Bordellbetreiber und) angeblich auch die Interessen von Prostituierten vertritt, öffentlich so verharmlost werden – und dann auch noch Gütesiegel für Bordelle kreieren. Ich bin darüber einfach nur sprachlos und frage mich sehr eindringlich, welche Interessen hier vorrangig vertreten werden… die der Prostituierten jedenfalls nicht. Der Verein ist doch in Berlin ansässig, dann sollen sie sich doch bitte mal den Straßenstrich in der Kurfürstenstraße ansehen.

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      1. Das einzige was an dem Link beruhigend war, war die niedrige Aufrufzahl. Grundlegend kann ich dir nur zustimmen, solche Menschen sollten sich nicht offiziell um die Belange kümmern dürfen. Selbst mir, jemandem komplett ohne Erfahrung in dem Bereich, fällt auf, dass diese Herangehensweise einfach nur jenseits von gut und böse ist und das was sie da von sich geben blanker Unsinn.

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    2. Ich würde hier das Wort „fast“ streichen… ich bin (leider noch/unfreiwillige) aktive Prostituierte und mich kann, was Menschen anbetrifft, im Grunde nichts mehr schockieren, aber das hier verstört selbst mich… und ich frage mich beim Video Anschauen, ob das Satire ist, respektive aus welcher Anstalt „Hase und Drache“ O.o entflohen sind…??? Das ist einfach zum Erbrechen abartig und ein Hohn für 99,99999% aller Prostituierten. Widerlich!

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    1. 30€ sind der Weg zu HIV und leider ist der Staat der erste der die Hand auf hält und so nett von Schutz spricht.
      Eine SDL ging mal in Augsburg zur Polizei.
      Zwei Tage später ruf der Beamte an und meint durch die Blume:So muß ich ihre Anzeige zu den Akten legen,aber für 3-4 Nummer für lau würde er dort Druck machen und es würde sich etwas bewegen.
      Er sprach von Sex ohne Gummi und ohne zu zahlen.
      So viel zur Hilfe der Polizei.
      Polizei intern ist das bekannt,man spricht aber nicht darüber.
      Der Fall dieser SDL ist nur aus einer Grauzone….Grauzonen gibt es so viele wie es Behörden und Clans gibt in Deutschland.

      Ihr könnt lachen,leider ist es Realität.

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  2. Danke für diese wichtige Aufklärung über den absurden Vorstoß der Bordelllobby.

    Besonders schockiert mich an dem zweiten Video, dass um den Kurfürstenstrich laut Aussage des Polizisten Kinder und Jugendliche zwangsprostituiert werden und er selbst Gründe sucht, warum die Polizei die *Kinder* und *Jugendlichen* drumherum nicht vor Zwangsprostitution schützt. Er sagt zur Rechtfertigung für die Untätigkeit, es sei eine „Endloskette“. Wie kann so etwas eine Rechtfertigung sein? Die Kinder und Jugendlichen müssen vor den Vergewaltigungen geschützt werden; was da stattfindet ist ein Verbrechen, oder anders gesagt ein Offizialdelikt. Da *muss* die Polizei einschreiten. Und wenn es da eine „Endloskette“ gibt, dann ist es die Aufgabe der Polizei, diese zu beenden, sprich die Verantwortlichen dafür der Justiz zuzuführen.

    Es ist unfassbar, dass diese schwere, systematisierte Gewalt offenbar mit Billigung der Polizei stattfindet. Es ist schlicht ein Skandal. Und ich kann mir das nicht anders erklären, als damit, dass die Polizei da einer Order von oben folgt. Nicht, weil ich zu Verschwörungstheorien neige, sondern weil ich mich an Manfred Paulus exzellenten Artikel über die immer enger werdenden Verknüpfungen zwischen Bordellmilieu/Prostitutionsmafia und Politik erinnere. Sehr lesenswert: http://www.kriminalpolizei.de/ausgaben/2011/juni/detailansicht-juni/artikel/rotlicht-und-organisierte-kriminalitaet.html.

    Im übrigen bin ich im letzten Jahr wegen Verdachts auf Prostituierung einer Minderjährigen zur Polizei gegangen, und wurde an verschiedenen Stellen abgeschmettert. Obwohl es allein schon von den Jugenschutzbestimmungen her die Pflicht der Polizei wäre, einzugreifen.

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    1. Danke Gunhild, auch für den Link. Ja, ich fand die Aussage des Polizisten im Video auch ganz schlimm und kann es nicht verstehen, wie für sowas Ausreden gesucht werden. Sie müssten jeden Tag und solange dort stehen und wachen, bis sie kein Unrecht in dieser Art und Weise mehr sehen – und wenn sie nicht genügend Polizeikräfte haben, dann müssen sie welche schaffen. Hier geht es nicht um Kleinigkeiten.

      Leider sind unsere Gesetze auch nicht die Besten und oftmals ist es für die Polizei schwierig einzuschreiten, weil sie keine gesetzliche Grundlage haben – aber wenn man natürlich Kinder sieht, die sich prostituieren, haben wir genügend Grundlage um einschreiten zu können…

      Es ist wirklich sehr traurig, wie manche Sachen „hingenommen“ werden anstatt es mal richtig knallen zu lassen und etwas zu tun. Aber das kommt hoffentlich noch.

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  3. Hallo – ich recherchiere in dem Bereich. Mich würden konkret zwei Fragen interessieren: 1. Sie sind offensichtlich deutsche Staatsbürgerin, haben Abitur und studieren derzeit in Deutschland. Lt. BMI sind derzeit etwa 96 % der in Deutschland arbeitenden Prostituierten keine deutschen Staatsbürgerinnen (der am schnellsten steigende Anteil kommt von nicht EU-Bürgerinnen). Inwiefern sind Sie dann repräsentativ für die Gesamtheit der Prostituierten? Könnte man Ihren Fall nicht als ziemlich speziell betrachten? 2. Sie verweisen auf die Vorteile des „Nordischen Modells“ für die Frauen im Geschäft. Worin sollen die genau liegen? Auch wenn Prostitution strafbar wäre, dann drohte den Frauen höchstens eine bedingte Geldstrafe und die kriegen die Frauen – durch Umsatzeinbruch – ohnehin. Die sogenannten „Ausstiegshilfen“ richten sich außerdem primär an Personen mit aufrechter Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland bzw. deutsche Staatsbürgerinnen. Die am schnellsten wachsende Gruppe der Nicht EU Bürgerinnen wäre davon komplett ausgenommen.

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    1. Deutsche Prostituierte zu sein und danach zu studieren ist nicht der Regelfall, sondern um die ca. 96 % nicht deutschen Staatsbürgerinnen, die Sie ansprachen. Das stimmt. Mein Abitur hatte ich während der Prostitution angefangen, aber erst nach dem Ausstieg abgelegt. Ja, meine Geschichte (wie sie bis hierher verlaufen ist) ist eher selten, meine Aussagen über die Prostitution aber sehr repräsentativ, weil ich dieses Elend von 96 % (meiner Erfahrung nach noch mehr) 6 Jahre in verschiedenen Bereichen des Rotlichts gesehen und miterlebt habe, weil ich, ganz egal wo ich jetzt bin, mittendrin in diesem Sumpf war (und zwar dort, wo so gut wie gar keine deutschen Frauen waren).

      Es gibt einige Infos und Verweise zum „Nordischen Modell“ auf meiner Seite (auch in Kommentaren). Die Prostituierten bleiben beim „Nordischen Modell“ straffrei. Die Freier werden strafrechtlich verfolgt. Vorteile können Sie einer guter Stellungnahme des EU-Parlaments entnehmen:

      http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-%2F%2FEP%2F%2FTEXT+REPORT+A7-2014-0071+0+DOC+XML+V0%2F%2FDE

      Ich empfehle Ihnen auch die folgende Seite (sie zeigt auf wie verheerend Prostitution für Menschen ist):

      http://www.trauma-and-prostitution.eu

      Ausstiegshilfen sollen sich an jede Prostituierte richten, egal welcher Herkunft sie entstammt. Die Ausstiegshilfen, die mir bekannt sind, haben sehr wenig deutsche Frauen und viele Osteuropäerinnen – das sind die Organisationen und Vereine, denen man zuhören sollte….

      Falls Sie weitere Fragen haben, melden Sie sich gerne per Mail.

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  4. Ich bin fassungslos. Zwar habe ich in meinen 56 Lebensjahren genug abartige Dinge gesehen und erlebt. Vor Jahren hat eine Freundin sich „freiwillig“ verkauft, aus reiner Not und in der naiven Hoffnung, schnell wieder aufzuhören. Bis sie von einem Freier, der ihr nachjagte, in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt wurde. Würde mal sagen, wir eröffnen die Drachenjagd und erklären uns mit allen Mädchen und Frauen solidarisch. Zeit wird´s.

    Gefällt 1 Person

  5. Darf man erfahren warum Du das Wort „freiwillig“ in Anführungszeichen setzt?
    Du schreibst es mache dich fassungslos.
    Mich macht eher deine Argumentation fassungslos.

    Wir leben doch in Dtl. in einem Rechtsstaat. Oder etwa nicht? Ich muss mich doch darauf verlassen können, dass in diesem Land keine Gesinnungsjustiz stattfindet. Oder ist das falsch? Hier wird niemand verurteilt nur weil er „falsche“ Gedanken hat. Und alle Menschen werden gleich behandelt. Oder nicht?

    Und du schreibst nun eben von „Drachen“ die du gerne bekämpfen möchtest.
    Was sind das für Drachen? Könnstest du das mal erläutern?

    Ich verstehe es nämlich nicht. Wahrscheinlich bin ich dumm. Womöglich liegt es daran.

    Aber: wenn zwei Menschen sich auf eine Sache einigen, dann sollte das kein Fall für den Gesetzgeber sein. Denn beide sind sich ja einig.

    Man kann in diesem Fall nur dann eine Seite lossprechen und die andere Seite verurteilen wenn man einer Seite die Urteilsfähigkeit abspricht.

    So als wären Frauen kleine Kinder.

    Deine Freundin hat sich verkauft. Ok. Das war ihre Entscheidung.
    War deine Freundin ein kleines Kind? Warum nimmst du ihre Entscheidung nicht einfach ernst?
    Deine Freundin ist ein erwachsener Mensch, sie ist kein unmündiges Kind.
    Sie ist tatsächlich selbst verantwortlich für jeden einzelnen Fehler den sie tut.
    Genauso verhält es sich bei mir.

    Frauen sind keine kleinen Kinder. Frauen sind erwachsene Menschen die erwachsene Entscheidungen treffen.

    Das ist die reine Wahrheit. Es gibt keine andere Wahrheit. Es ist die einzig denkbare Wahrheit.

    Und wenn deine Freundin sich verkauft hat, so war dies ihre eigene Entscheidung. Sie ist selbst verantwortlich dafür.

    Die Drachen die du bekämpfen willst die befinden sich im Inneren deiner Freundin.

    Das ist mein ehrliche Meinung. Ich würde mich freuen wenn man sie freischalten würde.

    Gefällt mir

    1. Du schreibst:

      „Aber: wenn zwei Menschen sich auf eine Sache einigen, dann sollte das kein Fall für den Gesetzgeber sein. Denn beide sind sich ja einig.
      Man kann in diesem Fall nur dann eine Seite lossprechen und die andere Seite verurteilen wenn man einer Seite die Urteilsfähigkeit abspricht.“

      Nein, das stimmt nicht. Nimmt man zum Beispiel nur mal den § 216 StGb, Tötung auf Verlangen. Hier spricht man demjenigen, der getötet werden will, auch nicht die Urteilsfähigkeit ab, sondern sieht schlicht die Tötung auf Verlangen als etwas an, was nicht legal sein sollte. Unabhängig von demjenigen, der getötet werden möchte. Bei der Freierbestrafung ist das ähnlich. Auch hier wird den Prostituierten nicht die Urteilsfähigkeit abgesprochen, sondern Prostitution wird als Gewalt und Menschenrechtsverletzung angesehen und deswegen der Kauf unter Strafe gestellt.

      Zum restlichen Kommentar gibt es genügend Infos auf meiner Seite.

      Gefällt 3 Personen

  6. „Das ist die reine Wahrheit. Es gibt keine andere Wahrheit. Es ist die einzig denkbare Wahrheit.“

    Dieser Satz ist wirklich cool …

    Ohne Ironie gesprochen: Ich finde es sehr bemerkenswert, daß in diesem Blog immer wieder Menschen, Männer, sich einbringen mit ihrer Meinung, die den Status Quo der Prostitution verteidigen soll. Das ist gut! Denn das führt zu Kommunikation zwischen Menschen.

    Allerdings: Zu denken, es gäbe irgendwo auf dem Planet Erde einen Anspruch, die „einzig“ denkbare Wahrheit zu kennen, das ist schon sehr cool. Da spricht Härte. Und eine starke Verweigerung dagegen, sich auf eine andere Perspektive gedanklich einzulassen. Vielleicht wirklich mangels Befähigung.

    Und da spricht Feigheit. Und – sorry – Armseligkeit. Es muss ein sehr kleines Herz sprechen, wenn jemand sein Handeln und seine Meinung auf Basis von vermeintlicher Kenntnis des aktuellen Rechtes dermaßen einmauert, daß nu ja niemals der Keim eines Selbstzweifels aufkommen könnte. Und ob „rechtmäßig“ immer zugleich auch richtig ist? Mauern.

    Es kann sicher nicht schaden – egal für welchen Zweck – solch eine Denkweise einigermaßen zu begreifen. Keine Mauer hält ewig.

    Gefällt 2 Personen

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